ALLERGIE-DIAGNOSTIK
Jeder Mensch verfügt über ein angeborenes Abwehrsystem
(Immunsystem) und entwickelt ein spezifisches Immunsystem. Bestimmte
Zellen dieses Systems überprüfen laufend den Organismus
auf Fremdstoffe, die die äußeren Barrieren und das
angeborene Immunsystem passiert haben. Wenn körperfremde
Substanzen erkannt werden, werden Antikörper produziert,
die gezielt (spezifisch) an den Fremdstoff, das Antigen, gebunden
werden. So werden Krankheitserreger markiert und vom Immunsystem
gezielt ausgeschaltet. Einige der Antikörper produzierenden
Zellen entwickeln sich zu langlebigen Zellen und können bei
späterem Kontakt mit dem Fremdstoff sofort reagieren. Sie
sichern als immunologisches Gedächtnis die Immunität
des Körpers gegen das entsprechende Antigen; der Körper
wird so vor einer wachsenden Zahl von Fremdstoffen dauerhaft geschützt.
Der Allergiker reagiert anders als der Gesunde nach dem Kontakt
mit bestimmten Fremdstoffen (Allergenen) mit einer zu großen
Produktion bestimmter Antikörper, den Immunglobulinen E (Ig
E). Diese binden sich rasch an die Oberfläche bestimmter
Gewebszellen, den Mast- zellen. Der Allergiker ist so sensibilisiert.
Bei einem erneuten Allergenkontakt binden sich die neuen Allergene
an die auf den Mastzellen haftenden Ig E-Antikörper. Dies
veranlasst die Mastzellen zur Ausschüttung von Histamin.
Histamin wird über den ganzen Körper verteilt und kann
Juckreiz, Augentränen, Fließschnupfen oder Atemnot
hervorrufen. So führen von Natur aus harmlose Substanzen
zu heftigen Reaktionen des Organismus. Am bekanntesten sind der
Heuschnupfen und das allergische Asthma. Die Neigung, eine Allergie
zu entwickeln, wird von Generation zu Generation vererbt.
Die wichtigsten Allergieauslöser sind vor allem Pollen (Blütenstaub),
Milben, Tierhaare, Schimmelpilze und Insektengifte. Wegen der
unterschiedlichen Blütezeit der Pflanzen können Pollen
von Februar bis Oktober Krankheiten auslösen. Von großer
Bedeutung für ganzjährige Allergiebeschwerden sind die
an sich harmlosen Hausstaubmilben, kleine Spinnentiere, die sich
vor allem von Hautschuppen ernähren. Sie leben massenhaft
an feuchtwarmen Orten (wie im Bett). Auslöser für die
Hausstaubmilbenallergie sind besonders Substanzen in den mikroskopisch
kleinen Kotbällchen, die aufgewirbelt werden und in der Atemluft
des Patienten schweben. Die Allergene der Tiere sind z.T. im Speichel
enthalten. Wenn die Tiere sich putzen, gelangen die Allergene
ins Fell und werden von dort über Haare und Schuppen weit
verbreitet. Sie werden auf Kleidung, Polstermöbel und anderen
Gegenständen gefunden und so auch in öffentlichen Verkehrsmitteln,
Schulen und allem öffentlichen Leben nachgewiesen. Das häufigste
Erscheinungsbild sind juckende und geschwollene Augen und Nase,
Niesattakken und Fließschnupfen. Hausstaubmilben und Schimmelpilze
führen oft zu allergischem Asthma. Die Diagnostik kann als
Hauttest erfolgen, bei dem die für die Allergie verantwortlichen
Allergene an der Teststelle zu einer Quaddel mit einem roten Hof
führen, oder auch als Labortest von einer Blutprobe des Patienten.
Die Therapie der Allergie kann erfolgen durch
- eine Allergenkarenz, den Allergieauslöser zu meiden,
- Medikamente, die symptomatisch Allergie-beschwerden lindern
- eine Hyposensibilisierung, die spezifische Immuntherapie, die
gezielt gegen die Ursachen der Allergie wirkt.
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